Kritisch betrachtet

Wir waren am 18. Oktober 2026 bei der Feuerwehrkirchweih der FFW Irl und wir mussten feststellen: Dort erlebt man eine Herzlichkeit und einen Zusammenhalt unter den Bürgerinnen und Bürgern, wie man es heutzutage nur noch selten findet. Was besonders aufgefallen ist, ist die Kommunikation zwischen Jung und Alt, die vielen Begegnungen, Umarmungen, das gemeinsame Lachen und dieses Gefühl von echter Zusammengehörigkeit. Ein Bild, das man bei uns in Hörbering leider kaum noch erlebt. In Irl zeigt sich eine ganz andere Dorfgemeinschaft: Die Bürger kommen  zum Mittagessen, bleiben anschließend sitzen, schauen gemeinsam beim Hufeisenturnier zu und verbringen den ganzen Tag rund um ihr Feuerwehrhaus. Und am Abend sind zum Rehragoutessen wieder viele Bürger da – das Feuerwehrhaus ist voll und die Gemeinschaft lebt. Wenn man dagegen unser Dorffest in Hörbering betrachtet, zeigt sich leider ein anderes Bild: Nach der Kirche schnell zum Mittagessen, vielleicht noch ein Stück Kuchen mit nach Hause nehmen – während Kaffee und Kuchen in Irl selbstverständlich vor Ort gemeinsam genossen werden. Danach gehen viele wieder nach Hause. Aber, am Abend in Irl: volles Feuerwehrhaus, gute Stimmung, alle Generationen zusammen. Am Abend unseres Dorffestes in Hörbering: ein halb leeres Zelt, wenig Stimmung und viele Dorfbürger sitzen zu Hause auf der Couch, denn ich habe meine Schuldigkeit bereits mit Mittag getan !. 

Die Frage muss deshalb erlaubt sein: Brauchen wir uns wirklich wundern, wenn die Landjugend irgendwann keine Motivation mehr hat, ein Dorffest zu organisieren? Vielleicht sollten wir Hörberinger uns ein Beispiel an dem kleinen Ort Irl nehmen. Eine Dorfgemeinschaft lebt nicht nur von Veranstaltungen – sie lebt davon, dass die Menschen hingehen, bleiben, miteinander reden und gemeinsam Zeit verbringen.

Denn Gemeinschaft entsteht nur, wenn jeder Einzelne ein Stück dazu beiträgt.

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